Liebe Gemeinde,

in der Nacht zum 21. Januar wurde der alte Teil unseres Gemeindehauses (das alte Küsterhaus) durch einen Brand zerstört. Viele Menschen, denen ich seitdem begegnet bin, haben mir Geschichten erzählt und Erinnerungen, die sie mit diesem Haus verbinden. Von Konfirmandenunterricht und Schulunterricht im alten Schulhaus. Eltern heute erzählen, wie die Kinder in der Krippe morgens am Fenster standen.
Manche Träne ist uns dieses Haus mit seiner Geschichte und der Bedeutung für unser Dorf wert.
Die Erinnerungen im Herzen bleiben. Was wir und die Generationen vor uns aufgebaut haben und was in den Jahrzehnten gewachsen ist, ist nicht zerstört. Eine unserer Aufgaben wird es sein, das Gute der Vergangenheit weiterzugeben. Darüber hinaus sind wir hoffnungsvoll, was die Zukunft betrifft: Mit Geduld und Zuversicht, mit Phantasie und Tatkraft wird innerhalb der alten Außenmauern, die glücklicherweise erhalten bleiben können, Neues entstehen. Neues, das anders gut sein wird. Und wir werden es mit Leben füllen.
Unser Kirchenvorsteher Michael Hemme hat in den letzten Wochen alles rund um die Sicherung des abgebrannten Gebäudes und den Rück- und Wiederaufbau fachmännisch begleitet. Ausschnitte aus seinen Protokollen geben einen kleinen Einblick:

31. Januar 2020, 05:49 Uhr
In den letzten Tagen hat sich einiges getan und es wurde auf mehreren Gewerken mit bis zu 18 Leuten gearbeitet.
- Mobiliar und Inventar aus dem Brunnenzimmer, Küche und Gemeindesaal ist fast komplett zur Reinigung herausgetragen
- außen am Dach wurden die freistehenden verkohlten Sparrenspitzen weggeschnitten
- Im Westen wurde der Schornstein mittels Hubsteiger abgetragen ...da dieser drohte, im Wind in die Balkengefache zu stürzen…

10. Februar
Die fertiggestellte Giebel-Abstützung hat dem Sturm am Wochenende standgehalten. Kernbohrungen zur Untersuchung der Boden- und Mauersubstanz wurden durchgeführt.

6. März
Wir sind nun knapp 2.000 Mannstunden im Rückbau weiter und gehen davon aus, dass in ca. 2 bis 3 Wochen das alte Schulgebäude trotz des Wetters komplett entkernt sein wird.
Die Decken im Brunnenzimmer, sowie im Küchenfoyer wurden ebenfalls aufgrund des Raucheintrages herausgenommen.

24.03.
Weiteres Treffen mit dem Architekten zur Innenraum-Planung, als Grundlage und späteren Vorstellung und Einbindung des Krippenteams.

27.3.
Die Entkernung des alten Schulgebäudes ist abgeschlossen. Die jetzt noch stehenden Deckenbalken und innenstehenden Fachwerkbalken bleiben vorerst stehen, um die Standsicherheit des nach Osten stehenden Giebels zu gewährleisten. Die alten Mauerköpfe wurden zum Witterungsschutz abgedeckt. Wie geht es weiter?

Für das Brunnenzimmer und den Gemeindesaal liegen bereits Angebote zum Trockenausbau und zur Wiederherstellung vor.
Da es noch leicht nach Rauch riecht, warten wir noch wärmere Temperaturen ab, um auch sicherzustellen, dass kein kontaminiertes Material vergessen wurde.
Auch in den nächsten Monaten werden die Gruppen und Kreise weiterhin zu Gast in vielen anderen Einrichtungen im Ort sein. Unser Dank geht an das Mehrgenerationenhaus, die KiTamiTu und die Kommune, an die Feuerwehr und die katholische Gemeinde und an alle, die uns in vielerlei Weise unterstützen. Besonders aber danken wir den 75 Einsatzkräften der Wedemärker Feuerwehren, Polizei und Rettungsdiensten, die in der Brandnacht viele Stunden vor Ort waren, Schlimmeres verhindern konnten und uns zugewandt ihren Dienst taten: Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr!

Michael Hemme und Silke Noormann