Zuversicht – Sieben Wochen ohne Pessimismus

Jedes Jahr stellt die Evangelische Kirche in Deutschland die Fastenaktion „Sieben Woche ohne“ unter ein Motto.
2020 lautet das Thema: Zuversicht – Sieben Wochen ohne Pessimismus. Dieses Leitwort spricht mich an. Das Plakat zur Kampagne zeigt zwei Jungen, die mit Sturmhauben auf einem Skateboard liegen und die Arme ausbreiten. Ihr Skateboard steht fest auf dem Boden. Keine Gefahr, dass sie in den Abgrund rasen. Trotzdem heben die beiden Kinder in ihrem Spiel ab und lassen alles Schwere hinter sich. Sie spielen Flugzeug und haben jede Menge Spaß. Diese Lebensfreude wünsche ich mir. Neues wagen. Spontan sein. In Bewegung bleiben. Die Evangelische Kirche lädt dazu ein, die sieben Wochen von Aschermittwoch bis Ostersonntag bewusst zu gestalten. Weniger ist manchmal mehr. Verzicht auf Gewohnheiten schafft Freiräume. Manche trinken in diesen Wochen keinen Alkohol, verzichten auf Süßigkeiten oder auf Fleisch. Andere verordnen sich eine digitale Auszeit, verabschieden sich zumindest zeitweise von Facebook, Instagram und Co. Das kann heilsam sein. Wie gelingt es, pessimistische Gedanken aus dem Kopf zu bekommen? Es beginnt tatsächlich im Kopf. Ich schlage vor, in der Fastenzeit auf zwei kleine Wörter zu verzichten. Auf die Wörter „immer“ und „nie“. Wie schnell sagen wir: „Immer geht es schief“ oder „Nie klappt es“. Das ist eine grobe Übertreibung. Solche Sätze verzerren die Wirklichkeit. Sie schaffen durch ihre ständige Wiederholung erst eine Realität, die vorher nicht existierte. Auf diese Weise entsteht eine pessimistische Grundhaltung. Ich will versuchen, mich von diesen Denkmustern zu verabschieden, und offen werden für das, was mir begegnet. Ich bin sicher, der Verzicht auf die beiden Wörter „immer“ und „nie“ macht den Kopf frei und kann viel bewirken. Was wird 2020 Ihr Fastenprojekt sein? Worauf wollen Sie verzichten? Was möchten Sie lassen und was möchten Sie bewusst tun? Sport und Bewegung, ausreichend Schlaf, Kontakte pflegen, meditieren und beten. Es gibt viele Möglichkeiten, die Fastenzeit zu gestalten. Gut ist es, sich in dieser Zeit zu vernetzen, um sich gegenseitig zu ermutigen. Der Verzicht auf Alkohol und Schokolade, auf den süßen Snack zwischendurch lässt sich gemeinsam besser durchhalten.

Karl-Martin Harms