Willkommen in der Gemeinde St. Georg

Sommerzeit

Es sind Sommerferien. Die Kinder müssen nicht zur Schule. Viele Erwachsene haben Urlaub. Manche sind verreist, andere genießen die freien Tage zu Hause. Die „fünfte Jahreszeit“ werden diese Tage manchmal genannt. Viele regelmäßige Termine fallen aus und auch die meisten Gruppen und Kreise der Kirchengemeinde machen eine Sommerpause. Martin Luther soll einmal gesagt haben: „Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.“ Viele – insbesondere evangelische – Christen sind von einer anderen Haltung geprägt. Die protestantische Arbeitsethik rückt die Arbeit in den Mittelpunkt des Lebens. Arbeit ist eine Pflicht, die es zu erfüllen gilt. Freie Zeit dagegen ist ein „notwendiges Übel“ und gilt in erster Linie der Wiederherstellung der Arbeitskraft. „Müßiggang ist aller Laster Anfang“, heißt das Sprichwort, das diese Haltung widerspiegelt. Im ersten Buch der Bibel heißt es: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und so vollendete Gott seine Werke und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“ (1.Mose 1,31 und 2,2) Gott ist zufrieden mit dem, was er gemacht hat. Er schaut auf seine Schöpfung. Er ruht sich aus und legt die Füße hoch. Wie geht es mir? Wie geht es Ihnen? Sind Sie zufrieden mit dem, was Sie geschafft oder vielleicht sogar geschaffen haben? Können Sie sich ausruhen und daran freuen? Oder sehen Sie vor allem das, was noch besser hätte gelingen können und sind in Gedanken schon jetzt bei dem, was als Nächstes ansteht? Ich wünsche mir und Ihnen für die „fünfte Jahreszeit“, dass wir nicht nur die Füße, sondern auch die Seele baumeln lassen können. Mach’s wie Gott, mach mal Pause!

Pastor Michael Brodermanns

Mellendorf und Hellendorf|

Lebendiger Adventskalender

Der lebendige Adventskalender ist wieder da! Vor der Haustür oder am geschmückten Fenster des Gastgebers, treffen wir uns um gemeinsam ein Lied zu singen, eine Geschichte zu hören oder einem Gedicht zu lauschen. Einfach einmal für einige Minuten die Seele baumeln lassen, um sich mit diesem besonderen Erlebnis auf Weihnachten einzustimmen. Es beginnt jeweils um 18:00 Uhr

Mellendorf und Hellendorf|

Kleidersammlung

Kleidersammlung der Ev.-luth. Kirchengemeinde

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Mellendorf|

Zeit(t)raum

Inklusiver Treffpunkt für junge Erwachsene: Zeit(t)raum

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weltweit|

Bells for Aleppo

Wir läuten für Aleppo

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Mellendorf|

Musik im Gottesdienst

konzertante Barockmusik

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Mellendorf|

Orgelkonzerte in St. Georg Mellendorf

Orgelkonzerte in St. Georg Mellendorf Sopran und Orgel – „Biblische Lieder“

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Unser Familienzentrum ist online!

 

 

 

 

 

Suchet der Stadt Bestes

Mit diesem Bibelvers aus Jeremia 29,7 heißen wir Sie und Euch herzlich willkommen auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde Mellendorf-Hellendorf.

 

 

Glaubenssache

 

Der Heilige Georg

 

Obwohl unsere Kirche in Mellendorf den Namen St. Georg trägt, taucht er nirgendwo auf, nicht als Bild, nicht als Figur: Der heilige Georg, der Schutzpatron der Bauern, Soldaten und Gefangenen.
Ein Überlieferungszweig versteht ihn als Drachentöter. Das hat mich schon, als ich vor über 12 Jahren nach Mellendorf kam, neugierig gemacht.
Die Geschichte vom Drachentöter Georg wird in einer Legendensammlung aus dem Mittelalter erzählt. Wie ein Märchen. Vor den Mauern der Stadt Silena in Nordafrika liegt ein großer See, groß wie ein Meer, und dort lebte ein giftiger Drache, der hatte immer wieder alle, die gegen ihn kämpften, besiegt und in die Flucht geschlagen.
Auch Martin Luther kannte Drachen in seinen Gedanken. Dinge, die ihn in Versuchung führten, Menschen, die ihm das Leben zur Hölle machten. Immer wieder führte er rasende Zwiegespräche mit Gott, wenn er ihn nicht verstand.
Wer einmal in sich hineinsieht, in sein Leben, der wird vielleicht solche Drachen entdecken können, sie mit ganz bestimmten Ereignissen in Verbindung bringen – dann, wenn wir Gott nicht verstehen und er so unglaublich fern scheint.
Die Menschen in der Stadt Silena haben mit dem Ungeheuer vor ihren Toren etwas ausgehandelt: Täglich besänftigen sie es mit zwei Schafen. Das Opfer hält den Drachen in Schach. Solange die tägliche Ration kommt, bleibt die Bedrohung in Grenzen.
Mich erinnert das daran, wie wir Menschen mit unserer Angst verhandeln können:
Wenn ich dieses oder jenes tue oder an anderes denke, geht sie zwar nicht ganz weg, aber lässt sich doch einigermaßen verdrängen oder bändigen. In der Stadt Silena kam, was abzusehen war. Der Drache hat alle Schafe gefressen, und die Legende erzählt schonungslos, wie jetzt die Kinder der Stadt dran sind. Die Bewohner entschließen sich zu ungeheuren Opfern. So unersättlich ist das Ungeheuer und so groß die Angst, dass die Bewohner der Stadt in ihrem Handel mit dem Ungeheuer den Blick für das Angemessene verlieren. Als schließlich die Tochter des Königs an der Reihe ist – ja, vor dem König macht dieses Drama nicht halt – kommt endlich, was im Märchen und in der Legende kommen muss. Da taucht Georg auf mit seinem Pferd, in seiner Rüstung. Die Königstochter ruft ihm noch zu, er solle fliehen und sich in Sicherheit bringen – doch Georg lässt sich nicht anstecken von der Angst. Er besteht darauf, von der Königstochter die ganze Geschichte zu erfahren: „Ich werde nicht eher von diesem Ort kommen, bis du mir sagst, was dir sei“, sind seine Worte im Original dieser Legende. Es ist, als sei er der Erste, den die Angst nicht kopflos macht. Wie ein erster Schritt heraus aus der Geschichte des Unheils: Was ist hier eigentlich los und was ist geschehen? Es ist ein wichtiger Schritt – auch wenn es um die Drachen in unseren Lebensgeschichten geht: Sich genauer anzusehen, was geschehen ist. Und, sich zu fragen: Wie sieht es wirklich aus, damit die Drachen nicht noch gefährlicher werden und wir nicht kopflos?
Die Königstochter erzählt die Geschichte von Anfang an. Georg, der Ritter aus der Fremde, vergewissert sich, wie gut er gerüstet ist. Und die Legende fügt hinzu, dass er sich noch von einer anderen Kraft getragen und gehalten weiß. Die wird ihn nicht verlassen. Georg stellt sich dem Drachen entgegen und schon der erste Hieb sitzt. Der Drache ist besiegt, aber nicht tot. Georg lässt ihn von der Königstochter an ein Seil gebunden in die Stadt führen.
Und die meisten Bewohner verstehen oder ahnen es: Es war unsere Angst, die den Drachen so groß hat werden lassen. Unser Zögern hat ihn mit so viel Macht ausgestattet. Das hätte uns fast um die Zukunft gebracht, dass wir zu solchen Opfern bereit waren. Georg ist einer, der den Menschen in Silena etwas von ihrer Kraft wieder gegeben hat.
Er ist Legende: und vielleicht war er gar nicht JEMAND, der von außen kam, sondern eine Kraft im Innern, eine wiederentdeckte Kraft, die mit Liebe zum Leben und Zutrauen in die Zukunft zu tun hat.
Mich erinnert das an einen der für mich wichtigsten biblischen Verse, an 2. Tim 1,7: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Pastorin Silke Noormann